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Es gibt Dinge, die tut man nicht…

Gerade habe ich wieder einen Koch-“Kollegen” aus meinem Facebook­ac­count geworfen. Weil er braunen Mist gepostet hat und ich mir das nicht antue. Wie ich schon zu unter­schied­lichen Gelegen­heiten klar gemacht habe: Meine Gerichte sind bunt und nicht braun, so wie die Menschen, mit denen ich mich umgeben möchte. Bunt, fröhlich, herzlich, menschen­freundlich.

Die Frage die ich mir stelle lautet: Kann man ein guter Koch, ein guter Lebens­mit­tel­hand­werker sein und gleich­zeitig ein A…?

Was ist gut? Technisch perfekt, organi­siert – klar. Aber wenn die Haltung, der Respekt, die Würde fehlt, hat das für Auswir­kungen auf das Produkt. Was tue ich mit einem Winzer, der sauberen Wein produ­ziert aber dessen Einstel­lungen außerhalb meines Werte­kon­textes ist? Ist der Wein deshalb schlecht? Oder ist ein Gericht, das ich serviert bekomme, deshalb nicht gut, weil der Umgangston in der Küche kein wertschät­zender ist? Weil nicht fair mitein­ander umgegangen wird?

Ich finde, es gibt kein perfektes Produkt in einem unsau­beren Umfeld. Wenn die Wertschätzung zu wünschen übrig lässt, dann beschmutzt das das Ergebnis. Wer respektlos mit sich, mit den Ressourcen und den Mitmen­schen umgeht, der kann kein guter Koch sein.

Anstand und Haltung sind die Grundlage für das, was wir als gut, sauber und fair bezeichnen. Und deshalb verzichte ich lieber auf scheinbare Perfektion auf dem Teller und im Glas, wenn dafür Menschen ausge­beutet, wenn dafür andere zahlen müssen. Dann ist mir eine Bratkar­toffel lieber, als ein Espuma im hochge­lobten Restaurant.

Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen: Intel­ligenz, Anstand und Natio­nal­so­zia­lismus. Man kann intel­ligent und Nazi sein. Dann ist man nicht anständig. Man kann anständig und Nazi sein. Dann ist man nicht intel­ligent. Und man kann anständig und intel­ligent sein. Dann ist man kein Nazi.”

Gerhard Bronner bei der Gedenk­feier zum 60. Jahrestag der Befreiung des KZ Gunskirchen, 7. Mai 2005

 

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