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Ich Reise, also bin ich

Im Erstentwurf hieß der Beitrag “Oolong und Bohnensterz”. Aber ich muss euch ja erstmal mitnehmen dorthin, wo mir der Wind der Neuent­de­ckung diesmal um die Ohren weht – heute Eisen­stadt, Burgenland, Neusiedler See, Öster­reich.
Noch bei Dunkelheit in den Sommer­urlaub Richtung Südost­europa aufge­brochen. Noch vor der roman­ti­schen Sonnen­auf­gangs­stimmung kam die Stop-n-go Blech­lawine mit quiet­schendem Schei­ben­wi­scher. Da tut der erste Espresso not, ausnahms­weise mit nem großen Löffel Zucker. 300 Kilometer, 6 Baustellen und ein Pinkel- und Tankstopp weiter: DAS Schild.

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Juhu, die nehmen wir mit! Gleich den ersten und einzigen Parkplatz nehmen, hinterher wissen warum er frei war (es war der genau am Schei­tel­punkt einer Kurve).
Dann auf zum Genuss­markt in der Fußgän­gerzone, den ich mit Slow Food geprägtem Blick beim Durch­schlendern scanne: regionale Produkte? Wie darge­boten? Steht da der Chef hinter seinen Produkten? Fränki­sches Bier!?! Hoffentlich aus der Partner Stadt, das hätte dann Sinn. Der Stand “Verein der Freunde des Uhudlers” erfreut sich regen Andrangs – Moment wie spät ist es gerade? 12.20 Uhr. Drum rühren sich unser aller Mägen! Machen uns auf die Suche…Diverstestes: Steak­semmel. Gyros. Baumkuchen. Strudel. Und dann…

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Die Verkäu­ferin in blauer Schürze mit kleinen weißen Blümchen wendet eifrig in ihren zwei Pfannen die graubraune Masse. Zur Begrüßung: “Vier Portionen sind schon verkauft.” Auf meine vorsichtige Anfrage, was das genau sei und ob ich auch eine Portion haben könne, taxiert sie mich und hält fest: “Wird scho noch eine.” Dieses schlichte “Kriegen wir schon hin, auch wenn die äußeren Umstände nicht optimal sind” will ich hören als Gast und Hungriger. Mein Bedürfnis, ihre Passion. Sie kassiert, mischt die Grund­zu­taten, wendet, rührt ein, portio­niert, gibt aus, kassiert. So viel zum Thema äußere Umstände. Das ist echt. 100% sympa­thisch. Und die Kombi von in zerlas­senem Schmalz ausge­ba­ckenen Bohnen-Mehl-Batz und Gurken­salat mit Schlag ist ein grandioses Mittag­essen.
Rezept gabs auch dazu.
Voll befriedigt rücken wir ein paar Häuser weiter ins Kaffee und Teehaus ein.
Spontan lächelt mich ein grüner Tee an: Oolong. Wird in Rekordzeit nach draußen geliefert, mit Wecker, noch 1:08 Minuten darf der Tee das heiße Wasser berühren. Alles weitere ist heißer Duft.

Nachtrag: Oolong Grüntee sollte man trinken solange er richtig heiß ist. Nicht nebenbei Blogein­träge schreiben…

Und Psst, ich verrat euch noch was: Zwei Weinproben später kühlt der See den Grünen Veltliner und Rosé Frizzante in perfekte Trink­tem­pe­ratur.

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Wer ist hier eigentlich der Gastgeber, dem ich für diese unkom­pli­zierte und wunder­schön herge­richtete Wohlfühl­um­gebung danken kann?
Unter uns… hier die zwei Winzer, die wir heute überfallen haben und garan­tiert nicht auf der Touri-Route beschildert sind:
Erbhof Bayer, Donners­kirchen
Herrmann Leeb, Winden

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Steiri­sches alkohol­freies Gösser zum Ausgleich, wir wollen ja noch weiter… Abenteuer Rumänien wartet!

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