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Hausers Küchen­tisch – das wars…

Meine letzte Rede…

Ich hab so viel hier geredet, dass Ihr alle schon meine Kochkurs­sätze auswendig könnt. Heute erzähl ich nix zum Karame­li­sieren und Umami, nix über Messer­stähle und Foodpairing. Ich möchte über die Menschen und das, was wir hier erlebt haben reden:

Wir haben Hausers Küchen­tisch gelebt und mit Seele gefüllt.

Wir haben Wochen erlebt, die so voll waren, dass es an Erinne­rungen für Monate reicht.

Unser Konzept ist voll mit Emotionen, Bezie­hungen, Liebe, Leid, Verlet­zungen und Glück.

Wir haben Erfolge gefeiert, Knack­wat­schen bekommen und ganz viel Dankbarkeit erfahren.

Es wurde an Hausers Küchen­tisch gelacht, geweint, gesoffen und geschlemmt.

 

Ich bin angetreten mit dem Anspruch, die Gastro­nomie neu zu erfinden.

Im Coaching habe ich gelernt, wenn der Auftrag erfüllt ist, dann ist es gut.

Und das, was wir alle mitein­ander hier gemacht haben, war gut.

Es war gut, sauber und fair.

Gut war: wir sind niemals absichtlich hinter unseren Ansprüchen zurück­ge­blieben.

Sauber war: wir haben uns niemals wegge­duckt, niemals versteckt. Wir haben uns immer den Heraus­for­de­rungen gestellt. Wir haben uns den Situa­tionen, unseren Mängeln und den Forde­rungen die an uns heran­ge­tragen wurde gestellt.

Wir waren immer klar, in dem was wir getan und gesagt haben

Fair war – Wir haben uns darum bemüht, niemanden zu verletzen. Mehr noch, wir wollten immer, dass selbst nach langen Tagen alle zufrie­dener sind als am Anfang des Tages.

Das galt und gilt für die vielen bunten Menschen hier, das Team, unsere Familien und unsere Gäste.

Wir wollten dazu beigetragen, die Welt ein bisschen bunter, besser und genuss­voller zu machen.

Ich hoffe, das ist uns gelungen.

Wie geht es jetzt weiter?

Zuallererst – es geht weiter! Ich habe eine Idee und einen Plan, wie wir das umsetzen können. Gerade schaut es so aus, als wäre da Ungewissheit und Leere.

Aber Leere ist auch Weite und Raum. Ich weiß, das ist auch notwendig.

Neues Wagen, innovativ Handeln bedeutet nicht, Altes ein bisschen besser zu machen, sondern neu denken und Dinge anders zu machen. Dafür braucht es Zeit, Raum und Platz.

Deshalb beschäftige ich mich schon lange mit der Frage, wo dieser Platz, wo unser Standort sein kann und soll.

Weil wir für unser Konzept einen guten Ort, einen festen Stand brauchen, von dem aus wir neu starten können.

Unser neues Raumschiff soll sicher sein. Ich, wir, Ihr – mein Team, meine Familie, die Inves­toren und die Gäste brauchen diese Stabi­lität.

Diese Stabi­lität muss ich schaffen, bevor ich die Verant­wortung als Kapitän dafür übernehmen kann und Euch einlade, gemeinsam neue Weiten zu erkunden.

 

Ich kann nur so viel versprechen: Ich will und werde diese Verant­wortung übernehmen, um alle dieje­nigen, die die Voraus­set­zungen und Fähig­keiten haben mitzu­fliegen, auch sicher zu neuen Ufern zu bringen.

Jetzt aber ist erst mal eine Pause, ein Landgang. Wir, ich warten das Schiff, rüsten es neu aus, wir machen es gemeinsam fit und finden hoffentlich dieje­nigen, die das neue Abenteuer auch finan­zieren.

Dann stellen wir eine Crew zusammen.

danke….

Danke an Kathrin – Du bist mein Halt und mein Hafen und ich freue mich darauf, mit dir gemeinsam eine zukünftige, auch beruf­liche Welt zu entdecken. Weil die Gastro meine Welt ist, wäre die Coachingwelt eine, die ich mit dir gemeinsam erkunden will.

Danke an Lorenz und Jule – ich bin einfach stolz auf Euch – ihr tollen Kinder!

Danke an mein Team: Supreme – „Was für ein cooler Name, was für ein cooler Typ“. Wir lieben dich alle, das weißt du.

Was du vielleicht nicht weißt: du hast mir etwas ganz wichtiges beigebracht. Als Du hier angefangen hast, war ich echt irritiert davon, dass du dich nicht davon hast abbringen lassen „Jawoll Chef“ zu sagen.

Was ich gelernt habe, ist: Es ist in Ordnung, mehr sogar, es ist notwendig dass ich meine Chefrolle wahrnehme und damit nicht immer in der Küche anwesend sein kann und muss.

Hausers Kochlust braucht einen Chef, der diese Rolle auch annimmt. Hausers Kochlust braucht aber – mehr als andere Konzepte – ein beson­deres Team. Max hat den Begriff der Ko-Gastgeber geprägt.

Ledion, Steffi, Emad, Lisl (alles gute nachträglich noch mal), Klaus, Moritz und alle Ko-Gastgeber, die präsent und aufmerksam, die mitfühlend und verant­wor­tungs­bewußt hier gearbeitet und gelebt haben, jeder nach seinen Fähig­keiten.

Aber ganz besonders dieje­nigen, die nicht sichtbar, aber unglaublich wertvoll sind und waren: Phoebe, Christoph seit über 10 Jahren, in der letzten Zeit die Micha und die Eva. Meine Kinder haben mich mal gefragt, ob der Brauni und der Supreme besser kochen können als ich.

Die richtige Antwort lautet: Hoffentlich! Hoffentlich gelingt es mir auch in Zukunft Menschen, Mitar­beiter, Freunde … einfach ein Team zu finden und zu halten, das meine Defizite ausgleicht.

Nur so sind wir alle mitein­ander, gut, sauber und fair. Wer Menschen und Konzepte groß macht, wächst selbst. Das haben wir erleben dürfen.

 

Hier sind heute Abend meine Familie, Freunde, Nachbarn, Gastro­nomen und Musiker. Ihr macht die Arbeit, das Leben, das Konzept zu dem was es war und was es wird. Laut, schnell, Bunt und fröhlich.

Ihr hört Euch meine Geschichte an und tragt meine Ideen mit. Ihr schenkt mir ein Weißbier ein und lasst mich tanzen. Und ihr lasst mich einfach nur bei Euch sein, egal wie ich gerade drauf bin.

Danke!

Und jetzt… Weiter­feiern, als ob es kein Morgen gibt…! Prost.

 

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  1. Lieber Christoph! Eine tolle, emotionale, herzliche Rede, authen­tisch, ehrlich.
    Ich bin stolz auf dich, was du geschaffen hast, wie du es lebst, wie du mit Visionen in die Zukunft schaust und sie positiv gestalten willst, zur Freude der Gäste, Mitar­bei­te­rInnen und natürlich auch zu deiner und deiner Familie Freude!
    Viel Kraft weiter und die beste Lösung für deine Pläne und die finan­zi­ellen Grund­lagen dazu.
    Deine Mama

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