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Der Mensch ist ein Mensch, weil er kocht.

Der Zeitpunkt, als der Mensch begann, das Feuer für sich gezielt zu nutzen und zu bewahren, wird von Wissen­schaftlern als der entschei­dende Wende­punkt in der Evolution des Menschen bezeichnet.
Feuer und Hitze waren und sind eines der wichtigsten Elemente beim Kochen – vor 400.000 Jahren und Heute. Liegt im Kochtopf liegt vielleicht die Antwort auf das Rätsel, woher die Menschen sich dieses große Hirn leisten können?

Kochen läßt das Hirn wachsen
Wann das Lager­feuer zur ersten Küche wurde – unter Verwendung von spitzen Steinen als Messer und irgendwie gearteten Töpfen – ist bislang nicht eindeutig nachge­wiesen. Der Schritt vom Sammeln von Kräutern und Früchten, also die Ernährung mit Rohkost zum Kochen ist aller­dings sicherlich einer, der im mensch­lichen Körper und der mensch­lichen Kultur­ge­schichte Spuren hinterlies. Das Hirn ist ein schier unersätt­licher Energie­fresser. Bei Neuge­bo­renen verbraucht das Hirn 60% der Energie, bei Erwach­senen sind es 25% und bei Affen nur ca. 8%1 Die Verwendung von Hitze zur Zubereitung von Nahrung erspart dem mensch­lichem Körper Energie. Denn Kauen und Verdauen verbraucht schlichtweg Energie.
Feuer kann man aus den unter­schied­lichsten Materialien machen, mit Holz und alle anderen fossilen Brenn­stoffe oder getrock­netem Mist. Und auf diesem Feuer kann man Fleisch braten, also gejagte oder in der Viehzucht aufge­wachsene Tiere. Man kann Wasser erhitzen und darin Gemüse und Feldfrüchte weich kochen. Aber welche Pflanzen und Tiere kocht und brät wer, wann und warum?

Kochkultur

Warum beschäftigt sich ein Koch mit diesen Fragen? Weil die Grundlage des Kochens neben den notwen­digen Werkzeugen das zu verar­bei­tende Produkt ist. Und es bei der Frage, was wurde und wird in welchem Kultur­kreis gekocht, darum geht, was dort überhaupt wächst, wie Menschen an diesen Orten leben und welche Gewohn­heiten sie haben.

Das gilt für eine Küche von bibli­schen Nomaden genauso, wie für die eines Aktien­händlers in New York. Die Verfüg­barkeit von Nahrungs­mitteln, deren Aufbe­wah­rungs- und Kühlmög­lich­keiten, die aufge­wendete Zeit zur Zubereitung und die Menge des zuzube­rei­tenden Essens lässt Rückschlüsse auf die jeweilige Kultur zu. Einfacher gesagt – beim Essen lernt man die Kultur einer Gesell­schaft kennen.

Ist ein Bürger ein Kulturgut?
Ist ein Burger ein Kulturgut oder asiati­sches Streetfood? Wo liegen die histo­ri­schen Grund­lagen eines Coq au vin? Abhand­lungen dazu sollen dazu dienen, mein Motto „Erst Hirn, dann Herd“ zu verifi­zieren. Nach dieser Hirnleistung, welche bekann­ter­maßen viel Energie verbraucht, haben Sie und ich aber Hunger und deshalb werde ich als Bonus immer auch ein passendes Rezept verlinken, damit der Genuss nicht zu kurz kommt.

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